Gerade rechtzeitig zum Nationalfeiertag, den 26. Oktober 2026, ist das Ehrwalder Hallenbad wieder in Betrieb. Am 14. November folgt die offizielle Eröffnung mit einem landesüblichen Empfang für den LH und zahlreichen Ehrengästen.
Es hat lange gedauert, aber nun darf man sich darüber freuen. Gerade deshalb lohnt sich auch ein kurzer Blick zurück – denn der Weg bis hierher war alles andere als geradlinig.
Eine Linie, die über Jahre gleich geblieben ist
Zukunft-Ehrwald ist schon immer für den Erhalt des Hallenbades eingetreten – immer unter dem Hinweis: Es muss für Ehrwald auch leistbar sein.
Deshalb haben wir uns zunächst gegen das rund 25 Millionen Euro schwere Mammutprojekt der früheren Gemeindeführung ausgesprochen. Nicht gegen ein Hallenbad, sondern gegen eine Dimension, die finanziell einfach nicht darstellbar war.
Als nach den Wahlen 2022 dann aus „zu groß“ plötzlich „gar kein Hallenbad mehr“ wurde, haben wir uns massiv gegen diese Argumentation gestemmt. Ein möglichst groß oder gar nicht, kam für uns nicht in Frage.
Unsere Position war immer: ein funktionierendes, vernünftiges und finanzierbares Hallenbad für Ehrwald und die Region – eingebettet in ein nachhaltiges Sport- und Freizeitzentrum.
März 2023: Das Bad wird geschlossen – und der Widerstand beginnt
Am 7. März 2023 beschlossen die Gemeindeführung und TZA in einer Gesellschafterversammlung der Freizeitbetriebe Tiroler Zugspitze die Schließung des Hallenbades – am 12. März wurde der Badebetrieb eingestellt.
Zukunft-Ehrwald hat diese Entscheidung nicht nur kritisiert, sondern war federführend an der Organisation des Widerstandes beteiligt. Wir haben eine Unterschriftenaktion ins Rollen gebracht, Unterstützer mobilisiert, die öffentliche Diskussion organisiert und das Thema im Gemeinderat weiter am Kochen gehalten.
Am 21. März 2023 demonstrierten rund 100 Menschen vor dem Gemeindeamt für den Erhalt des Hallenbades. Gleichzeitig wurde dem Gemeinderat die von uns initiierte Unterschriftenliste mit 1.439 Unterstützern vorgelegt. Damit konnte die geplante Beschlussfassung zur Schließung des Hallenbades in letzter Sekunde abgewehrt werden und es wurde ein Gremium angekündigt, welches sich über die Zukunft des Hallenbades Gedanken machen sollte.
Damit war klar: Das Hallenbad war zwar vorübergehend geschlossen – politisch erledigt war das Thema damit aber noch lange nicht. Ganz im Gegenteil – sehr zum Ärger mancher Drahtzieher gegen das Hallenbad, haben wir weiter für eine Alternative zur vollständigen Schließung und anderweitige Verwertung des Geländes gearbeitet und daran festgehalten, dass eine kleinere und wirtschaftlich tragbare Lösung möglich sein müsse.
Die Wende kam nicht über Nacht
Parallel dazu wurde das Bädersterben in ganz Tirol zunehmend zu einem politischen Thema und rückte in die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Einen ganz wesentlichen Anteil daran hatten Sabine Porta und Ulla Zenz, die mit der Initiative „Wir für Hallenbäder“ über Jahre hinweg tausende Unterstützer mobilisierten und beharrlich eine neue Förderpolitik des Landes einforderten. Gemeinsam besuchten wir mehrere Bürgermeister und veranstalteten am 27. April 2024 am Landhausplatz in Innsbruck eine Informationsveranstaltung gegen das Bädersterben.
Dieser Druck zeigte Wirkung – das Land Tirol schuf neue Fördermöglichkeiten und richtete schließlich einen umfangreichen Bädertopf ein.
Damit änderten sich auch für Ehrwald die Rahmenbedingungen grundlegend. Und plötzlich wurde jene Lösung realistisch, für die Zukunft-Ehrwald im Kern schon lange eingetreten war: kein überdimensioniertes Großprojekt, aber auch keine ersatzlose Schließung – sondern ein leistbares Hallenbad.
Am 6. Juni 2024 überschlugen sich die Ereignisse plötzlich und auf einer gemeinsamen Sitzung des Gemeinderates und des Aufsichtsrates der TZA wurde ein neues Hallenbadprojekt aus dem Hut gezaubert – welches verblüffende Ähnlichkeit mit dem Projekt der GR-Mitglieder aus dem Hallenbad-Gremium aufwies und noch kurz zuvor als unmachbar zurückgewiesen wurde. Dieses wurde in der Folge von den drei “Supermännern des Hallenbades” (von denen zwei ebendieses von Anfang an bekämpft hatten) umgesetzt – mit Millionen aus dem Bädertopf.
Die Geschichte in Kürze
- 2021/22: Zukunft-Ehrwald warnt vor einem rund 25-Millionen-Euro-Mammutprojekt und fordert eine kleinere, wirtschaftlich tragbare Lösung.
- 23. Feber 2022: Die Finanzierung des Großprojekts scheitert an der Untersagung der Kreditaufnahme durch die BH-Reutte
- 7. März 2023: Gemeindeführung und TZA beschließen die Schließung des Hallenbades.
- 12. März 2023: Das Bad wird geschlossen.
- März 2023: Zukunft-Ehrwald organisiert federführend den Widerstand und initiiert die Unterschriftenaktion.
- 21. März 2023: Rund 100 Menschen demonstrieren vor dem Gemeindeamt. Im Gemeinderat werden 1.439 Unterschriften für den Erhalt des Hallenbades vorgelegt. Die Abstimmung des Gemeinderates zur Schließung des Hallenbades wird in letzter Sekunde gestoppt.
- 2023/24: Zukunft-Ehrwald hält das Thema im Gemeinderat und in der Öffentlichkeit präsent und fordert weiterhin eine leistbare Alternative zur Schließung.
- 2023/24: Sabine Porta und Ulla Zenz machen die Zukunft der Tiroler Hallenbäder zu einem landespolitischen Thema.
- 2024/25: Das Land schafft neue Fördermöglichkeiten für Hallenbäder.
- 6. Juni 2024: 180 Grad Kehrtwende der Gemeindeführung der TZA
- 2025/26: Mit den Mitteln aus dem Bädertopf wird für Ehrwald eine kleinere und finanzierbare Lösung möglich.
- 26. Oktober 2026: Das Hallenbad nimmt wieder den Betrieb auf.
- 14. November 2026: offizielle Eröffnung.
Am Ende zählt das Ergebnis

Heute, am 26. Oktober 2026, haben Gemeinde, TZA, Land Tirol und viele weitere Beteiligte gemeinsam ein Projekt umgesetzt, das vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar erschien – um exakt 13:00 Uhr und 39 Sekunden öffnete sich die neue Glasschiebetüre und die ersten Badegäste stürmten freudig ins das neue Hallenbad.
Zur vollständigen Geschichte gehört aber auch, dass viele Menschen die damalige Schließung nicht einfach als endgültig hingenommen haben.
Dazu gehörten die zahlreichen Unterstützer aus der Bevölkerung, Sabine Porta und Ulla Zenz auf Landesebene – und Zukunft-Ehrwald, das den Widerstand vor Ort maßgeblich organisiert und über Jahre hinweg dieselbe Linie vertreten hat: Ja zum Hallenbad, aber in einer Form, die sich Ehrwald auch leisten kann. Heute steht genau eine solche Lösung vor uns.
Manchmal braucht eine vernünftige Idee nur etwas länger, bis sie mehrheitsfähig wird.
Hier ein paar Impressionen aus dem neuen Hallenbad, von meinem ersten Besuch.





